Musikalisch spielen? – 3 Wege, wie Dein Spiel lebendiger wird.

Jetzt wird’s Musik. 3 Wege eine musikalische Idee zu entwickeln.

Die richtigen Töne allein machen keine Musik, oder?

Aber wie kommt eigentlich die Musik in ein Stück, sodass wir es zum Leben erwecken?

Weit verbreitet ist die Ansicht, dass wir musikalisch sind, oder eben nicht. Ob dies stimmt, ist schwer zu sagen. Eines ist aber sicher: Eine musikalische Idee kann man sich erarbeiten.

Doch bevor wir damit starten, wie Du das beim Üben umsetzen kannst, noch ein Bild, das das abstrakte Thema greifbar werden lässt.

Stell Dir vor eine Bekannte liest Dir ihre Lieblingspassage aus einem Buch vor und das ohne Punkt und Komma. Es fällt Dir schwer zu folgen, alles klingt gleich, Deine Gedanken schweifen ab. Langeweile stellt sich ein. Den gleichen Text hörst Du Dir ein paar Tage später als Hörbuch an. Der Sprecher macht Pausen und betont genau die richtigen Worte. Die Geschichte nimmt Dich in ihren Bann. Du kannst Dich darauf einlassen. Nun verstehst Du, weshalb Deiner Bekannten das Buch gefällt.

Der Sprecher im Hörbuch weiß genau, wie er den Text präsentiert.

Und nun wollen wir uns drei Wege anschauen wie auch Du eine stimmige, musikalische Idee während Deines Übens entwickeln kannst.

3 Wege, wie Dein Spiel musikalischer wird

1. Mit Struktur zur musikalischen Idee

Stücke bestehen aus verschiedenen Teilen. Vielleicht hast Du schon einmal von den Begriffen „Phrase“ oder „Motiv“ gehört? Diese entsprechen beim Schreiben einem „Satz“ oder einem „Wort“. Der erste Schritt auf dem Weg zu einer musikalischen Idee ist es, Strukturen zu finden. Es geht also darum herauszuarbeiten, wo eine Idee endet und eine neue beginnt. Manchmal ist das gar nicht so einfach. Dann hilft es ein paar Varianten mit dem Instrument auszuprobieren und zu experimentieren. Was vielleicht theoretisch klingt, macht sich direkt beim Spielen bemerkbar. Wenn Du magst: Probiere es doch direkt mal aus!

2. Den Charakter des Stücks mit Bildern einfangen

Hast Du schon einmal probiert die Musik eines Stückes in Bilder zu übersetzen? Entdeckst Du beispielsweise zwei verschiedene Charaktere in Deinen Noten, könnte das ein Streit zwischen zwei Personen sein, aber auch ein inneres Zwiegespräch. Beides führt zu einer anderen Interpretation, oder?

Neben dem großen Ganzen können wir aber auch Bilder für kleine, einzelne Elemente finden. Gleicht die Phrase im Menuett eher einem ausladenden, selbstbewussten Pinselstrich oder einem Herbstblatt, das auf den Boden segelt?

Übrigens: Dieser Weg, eine musikalische Idee zu erarbeiten, fällt den meiste leichter, wenn sie nicht selbst spielen. Es kann also nützlich sein eine Aufnahmen dabei anzuhören.

3. Die richtige Artikulation verleiht Deinem Stück Lebendigkeit

Die Artikulation kann entscheidend bei der Gestaltung eines Stückes sein und den Charakter unterstreichen. Sind Staccato-Töne eher kurz und spitz oder kurz und klangvoll? Ein großer Unterschied, wenn Du Deine musikalische Idee umsetzen möchtest. Sollte dies schwer zu entscheiden sein, kann es helfen erst den Charakter des Stückes zu erfassen. Wenn Du magst mit Bildern, wie bei #2 beschrieben.

Musikalische Idee = mit Gefühl?

Du siehst, eine musikalische Idee zu erarbeiten, hat nicht ausschließlich damit zu tun, „Gefühl“ in die Musik zu legen. Deine Vorstellungskraft zu nutzen oder einzelne Parameter der Musik anzuschauen (schau Dir hierzu auch gerne meinen Beitrag zum Prinzip der rotierenden Aufmerksamkeit an), um die eigene musikalische Idee plastischer werden zu lassen, ist dafür ebenso wichtig.

Hast Du Lust mir beim Entwickeln einer musikalischen Idee über die Schulter und in den Kopf zu schauen? Dann könnte folgendes Video interessant für Dich sein:

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    Melina

    Wer schreibt hier?

    Hallo, ich bin Melina!

    Ich habe Klarinette studiert und bin heute als freischaffende Musikerin in Berlin tätig.

    Wie kann modernes Üben, üben im 21. Jahrhundert aussehen, in dem so viele Dinge unsere Aufmerksamkeit verlangen?

    Wie können wir effektiv üben, also mit kurzen Übesessions besser werden? Wie kann uns das Musizieren als Ort der eigenen Entfaltung, der Entspannung und des Glückes dienen? Und wie bringen wir beides, Fortschritt und Genießen, in den Einklang?

    Diesen Fragen gehen wir hier auf den Grund. Dafür erwarten Dich praktisch anwendbare Ideen und Anregungen für Dein eigenes Üben und Musizieren.

    Melina Paetzold Musikerin Klarinette