Im ersten Teil dieses Blogbeitrages ging es bereits darum, was Du in den Tagen vor einer Prüfung, einem Konzert, einem Auftritt oder einem Vorstellungsgespräch tun kannst, damit Du Dein volles Potential abrufen kannst und Dir Dein Lampenfieber keinen Strich durch die Rechnung macht. 
Falls Du den Beitrag verpasst hast, kannst Du das gerne hier nachlesen. 

In diesem 2. Teil „Der Prüfungstag“ soll es nun um genau den Tag oder die Stunden vor Deiner Prüfungssituation gehen. Im Folgenden teile ich 6 meiner Tools mit Dir, die mir mit meiner Aufregung helfen und hoffe natürlich, dass sie dies auch bei Dir tun. 

Was kannst Du also kurz vor Deiner Prüfung konkret machen, um Dein Lampenfieber besser in den Griff zu bekommen?

#1 Alles in Zeitlupe
Um Ruhe zu bewahren hilft es mir, alles, zum Beispiel das Anziehen, das Schminken, das Zusammenpacken meiner sieben Sachen sehr langsam auszuführen und möglichst alle Hektik zu vermeiden. 
Kennst Du es, wenn Du ins Schwitzen gerätst, weil die Bahnverbindung nicht mitspielt und Du die letzten Meter zu Deinem Termin rennen musst? Schon an einem normalen Tag kann das einen aus dem Konzept bringen. 
Damit sich keine Unruhe vom Außen auf das Innere überträgt, plane ich am Tag einer Prüfung mehr Zeit als nötig für alles ein und probiere hektische Bewegungen zu vermeiden. 

#2 Betrachte Dich selbst im Spiegel
Hast Du Dich mal vor einer Prüfung im Spiegel angesehen? Ich meine nicht den schnellen Blick, um das Outfit zu prüfen, sondern eine längere Betrachtung? Den Tipp, den ich Dir jetzt beschreibe, wollte ich zuerst auch gar nicht glauben, musste dann aber feststellen, dass er wirklich hilft. 
Das Toll der „Selbstbetrachtung“ im Spiegel benutze ich besonders gerne, denn egal was sich bei mir innerlich abspielt, und es gab wirklich schon Extremsituationen, angesehen habe ich es meinem Spiegelbild nie. Und komischerweise beruhigt es mich, mich selbst so „ruhig“ zu sehen. Du glaubt es nicht? Dann probiere es unbedingt einmal aus!

#3 Ausatmen, ausatmen, ausatmen
Während meines Studiums haben ich mich viel mit dem Thema Atmung, schau hier auch gern bei meinem Blogbeitrag: Deine Atmung – verstecktes Potential vorbei, beschäftigt und auch Kurse an der Universität dazu besucht. Eine der wichtigsten Erkenntnis für mich war, dass wir bei Aufregung viel häufiger und damit zu viel Einatmen. Wir verfallen in eine Kurzatmigkeit, die innere Unruhe aufkommen lässt. 
Mein Tipp für dich: Denke an Prüfungstagen auch mal daran auszuatmen. 

#4 Mach Dich locker!
Ich erinnere mich nur zu gut und gerne an ein Ritual, das wir früher im Trio vor Konzerten hatten: Tanzen. Alles begann mit einem scherzhaft gemeinten Bewegungsablauf von mir, aber nach einer Weile haben wir alle drei vor unseren Auftritten getanzt und das nicht auf ästhetische Weise. Manchmal sah es so blöd oder lustig aus, dass wir begannen zu schmunzeln oder gar zu lachen. 
Anschließend ging es dann mit dieser Ausstrahlung und Fröhlichkeit auf die Bühne. 

Egal auf welche Weise Du Dich vor Deiner Prüfung bewegen möchtest – hier ist alles erlaubt: Springen, Schütteln, Yoga, Rennen…– locker zu werden hilft einfach immer gegen die Anspannung der Aufregung und verpasst Dir auch noch nebenbei eine bessere Ausstrahlung.

#5 Meditation
Meditation habe ich erst vor 2-3 Jahren für mich entdeckt, aber schnell gemerkt, wie beruhigend sie auch vor einem Auftritt auf mich wirken kann. Dabei helfen schon wenige Minuten. Bildlich kann man es vielleicht mit dem Auge eines Orkans vergleichen. Um Dich herum ist es aufregend und aufwühlend, aber wenn Du die Augen schließt und Dich auf Deine Atmung konzentrierst, kommst Du zur Ruhe. Alles ist gut!

#6 Werde zum Helden
Amy Cuddy hat den Satz geprägt:

“Fake it till you become it!” – Tue so, bis Du so bist!”

Sie hat wissenschaftlich untersucht, wie sich das Einnehmen bestimmter Posen auf unser Selbstbewusstsein auswirkt und herausgefunden, dass, wenn man z.B. 3 Minuten in der Heldenpose steht danach selbstbewusster auftritt. Ich kann Dir wirklich nur ans Herz legen Dir ihren Tedx-Talk anzusehen oder auch ihr Buch zu lesen. Danach wirst Du Dich nie wieder vor einer Prüfung zusammengekauert hinsetzen oder hinstellen. Viel Spaß!

Deine Melina

Hast Du selbst noch Tools und Tipps, die Dir bei Aufregung helfen? Dann schreib mir doch gern in den Kommentaren darüber.

Wie Du dich auf eine Prüfung langfristig vorbereiten kannst, erfährst Du in dem ersten Blogartikel zum Thema Lampenfieber:

Lampenfieber? Mit diesen 6 Tools hast Du es im Griff! – 1. Die Vorbereitungsphase